Konzertsaal Studio 672 Restaurant

16. Oktober 2015, 7pm–open end, free entry
Stadtgarten, Köln

An adventure in improv, noise, jazz, musique mechanique, post-punk and Egyptian wedding rave. 15 artists and bands present a mind-boggling variety of fringe music.

Pierre Bastien
Musikmaschinen, Daxophon, Trompete, Violine
www.pierrebastien.com

Mit seinen anachronistischen Musikmaschinen tastet, klackert und träumt sich der französische Multi-Instrumentalist Pierre Bastien durch das Spannungsfeld zwischen Nostalgie und Gegenwart, Naivität und bruitistischer Sophistication. In seinem über Jahrzehnte verfeinerten mechanischen Orchester entlockt eine Assemblage aus Motoren und Mecano-Bauteilen verschiedenen Gegenständen feine, charmante, hypnotische Klangsequenzen. Auf der Bühne begleitet Bastien seine Maschinen mit Kornett, Violine oder Daxophon.


Slowfox
Hayden Chisholm – Altsaxophon
Philip Zoubek – (präpariertes) Klavier
Sebastian Gramss – Kontrabass, Komposition
www.sebastiangramss.de

Drei herausragende Musiker, jeder ein individueller Stilist auf seinem Instrument. Das Trio Slowfox des Bassisten und Komponisten Sebastian Gramss macht eine erstaunlich warme, entspannte und harmonische Musik, die ihre Zelte im Kerngebiet des Jazz aufschlägt und dabei die Beweglichkeit und zeitgenössische Sensibilität der Musiker widerspiegelt. Ein spannender Balanceakt. Advanced Easy Listening auf höchstem spielerischen und klangästhetischen Niveau.


Where Is The Sun
Dieb 13 - Plattenspieler, Franz Hautzinger – Viertelton-Trompete
Isabelle Duthoit – Klarinette, Stimme
Martin Tétreault – Plattenspieler
www.franzhautzinger.com

Zwei Duos, Atem und Turntables, extremes Klangmaterial von Plattenspieler, Trompete, Stimme und Klarinette. Randständige Sounds, die ein Eigenleben entwickeln und unerwartete Welten und Wege eröffnen, sich umspielen, annähern, fremd bleiben, verschmelzen. Diese Musik ist ein Prozess zwischen Klang, Geräusch und Stille, mit offenem Ausgang und einem ausgeprägten Sinn für Spannung, Drama und Geschichten ohne Worte. “Where is the Sun” ist ein Quartett am äußeren Rand der “europäischen Improvisationstradition”, in der Hautzinger, Duthoit, Dieb 13 (ex-Efzeg) und Martin Tétreault bereits bemerkenswerte Spuren hinterlassen haben.


Matthias Loibner
Drehleier
www.matthias.loibner.net

Tradition und Imagination, Klassik und Elektronik, Emotionen und Begegnungen. Matthias Loibner hat auf seiner Wanderschaft durch die Stile, in unterschiedlichsten Ensembles und außergewöhnlichen Projekten rund um die Welt Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die im faszinierend vielschichtigen Klang seines virtuosen Drehleierspiels zusammenfließen. Uralt, noch nie gehört, sanft und sägend, kratzend und wunderschön entstehen Geschichten, in denen er die Brücke schlägt zwischen verträumten Erinnerungen an seine musikalische Jugend und den Liedern hellsichtiger blinder Drehleierspieler aus der Ukraine.


Islam Chipsy & EEK
Islam Chipsy – Keyboard, Khalid Mando – Schlagzeug
Islam Ta’Ta – Schlagzeug
www.qujunktions.com/artists/islamchipsy

Es ist ihre Zeit. Erst waren die ravigen Kairoer Straßenperformances von Islam Chipsy ein Youtube-Hype, dann erschien 2014 das elektrisierende Bootleg “Live at the Cairo High Cinema” Institute und plötzlich verwandelten die großen Anlagen europäischer Festivals den wilden und überbordend euphorischen Sound von EEK in einen überwältigenden Trip. Angeführt von Keyboard-Pionier Islam Chipsy und seiner entfesselten Spieltechnik verwandeln die drei jungen Musiker mit ihrem manisch-noisigen Shaabi-Sound ägyptische Hochzeiten in wilde Raves und orientalische Skalen, arabische Rhythmen und ägyptische ‘Standards’ in psychedelische Erfahrungen.


Nils Quak
Modularsynthesizer
www.nilsquak.com

Nils Quaks improvisierte Arbeiten mit modularem Synthesizer bewegen sich zwischen Noise, Drone und Live-Experiment. Ob harsch, atmosphärisch oder abstrakt: Quak geht es weniger um Musik als Ausdruck; viel mehr stehen das Experiment und die Erfahrung des Klangs im Fokus. Die fehlende Option der Reproduzierbarkeit ist eines der zentralen Momente seiner Performances - die eigene, immer wiederkehrende Überraschung über die Autonomie der Maschinen.


Sunrise Over a Dystopic Future City
Liz Kosack – Synthesizer
Christian Tschuggnall – Schlagzeug
www.qujunktions.com/artists/islamchipsy

Die Risse im Gehäuse. Der Zerfall der Zivilisation als dunkle Ahnung und machtvolles Ereignis. Das famose Duo der US-amerikanischen Keyboarderin Liz Kosack mit dem österreichischen Schlagzeuger Christian Tschuggnall spielt mit diesem Sujet und entwirft mit teils subtilen Mittteln ein massives und überwältigendes Musikerlebnis: Eine zeitgenössische Klangarchäologie voll elektrischer Vibrationen, schwerer Reibungen, pulsender Sirenen, explodierender Klangsalven, kristalliner Töne und elegischer Laute, die den Echos und Geistern post-industrieller Landschaften nachlauscht, die Dunkelheit nicht scheut und im Zyklus von Zerstörung und Wiedergeburt einen Hauch apokalyptischer Hoffnung findet.


Mutamassik
Mutamassik a.k.a. Giulia Loli – Plattenspieler, Elektronik
www.soundcloud.com/discrepant

“Music for disinfection, in order to heal. To build a dream on. Because before we or they or us learned to ignite and harness fire existed. It only let us.” – liner notes Die experimentelle Musikerin, Turntablista und Italo-Ägypterin Giulia Loli, über Pittsburgh, Brooklyn, Cairo und die Toskana vor Kurzem in Amsterdam gelandet, ist eine Kosmopolitin. Eher einsame Wölfin als neoliberaler Kunst-Jetsetter, inspiriert von afrozentrischen Ideen. Ihre Alben, wie zuletzt das beeindruckende “Symbols Follow”, sind so durcheinander, bedrückend, überfordernd und vital wie die aus den Fugen geratene Welt. Ihre Rhythmen und Timbres sehnen sich nach einer selbstbewussten und entregelten Welt ausserhalb des Kristallpalasts, lehnen Ohnmacht kämpferisch ab, bejahen Ungeduld und aufrichtige Demut, verweigern sich weder Denken, noch spiritueller Vision oder politischem Bewusstsein.


Sea Urchin
Leila Hassan – Stimme, Elektronik
Francesco Cavaliere – Elektronik
www.seaurchin.bandcamp.com

"Minimalistic dub meets esoteric avant-garde, entering a playground of forgotten Italian pop stars." Sea Urchin suchen ihre Musik unter Wasser, schwebend und entrückt, körperlich und fluide. Das Projekt der Austro-Ägypterin Leila Hassan und des italienischen Künstlers Francesco Cavaliere ist eine Expedition in einen unerreichbaren Kosmos, eine Exploration der unergründlichen Tiefen des Meeres. Dabei werden Sinuswellen, Tapes und elektroakustische Geräte moduliert und fluoreszierende Mineralien, Spiegel, Objekte und Stoffe zu Projektionen, die sich ständig wandeln.


Lakker
Dara Smith & Ian McDonnell
www.soundcloud.com/lakker

Field Recordings verwenden, Emotionen wecken, Geschichten erzählen. Als Lakker sich 2011 nach einer vierjährigen schöpferischen Pause wieder zusammenfanden hatten sie einen Plan. Und sie haben ihn umgesetzt. Ihre disparaten Einflüsse aus Techno, Breakbeat, Industrial, Ambient und der elektronischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts sind immer noch nachzuvollziehen, aber sie verbinden sich zu einem kohärenten, detailreichen Sound von leuchtender Weite und erzählerischer Sogwirkung, in dem aufmerksame Ohren Echos von Seefeel, Aphex Twin und The Haxan Cloak vernehmen.


Eugene Chadbourne & Schroeder
Eugene Chadbourne – Gesang, Gitarre, Banjo
Schröder – Schlagzeug
www.eugenechadbourne.com

Eugene Chadbourne ist ein hochsensibler, intelligenter und vielfältiger Musiker, begnadeter Gitarrenautodidakt, Großmeister der Improvisation und Dekonstruktion, Ein-Mann-Widerstandsnest der amerikanischen Musikszene. Wieso sein Antikriegs-Song “Dirt” kein internationaler Superhit geworden ist, wissen die Götter. Mit seinem Kumpel Schröder am Schlagzeug zerlegt er Folk, Bluegrass und Country in ihre Einzelteile, spielt eigene Songs und genial verspulte Coverversionen von Prince, Beatles, Beach Boys und unzähligen anderen, verfremdet Texte ins Politische oder Lächerliche und beeindruckt mit ausufernden Konzerten. Im Laufe seiner fast 50-jährigen Laufbahn hat er eine Unzahl an LPs, Kassetten und selbstgebrannten CD-Rs veröffentlicht und u.a. mit Shockabilly, John Zorn, Toshinori Kondo, Violent Femmes, Aki Takase, Shelley Hirsch, Elliott Sharp, Fred Frith, Derek Bailey, Jon Rose, Han Bennink, Tom Cora, Paul Lovens, Jimmy Carl Black, Carla Bley, Jello Biafra und They Might Be Giants zuammengearbeitet.


The Nightingales
Robert Lloyd – Gesang, James Smith – Gitarre,
Andreas Schmid – Bass, Fliss Kitson – Schlagzeug
www.thenightingales.org.uk

The Nightingales, die in den 1980er Jahren zu Darlings von John Peel avancierten und eine ganze Handvoll Radiosessions für ihn einspielten, sind seit einiger Zeit wieder da und machen als bestens abgehangene Postpunk-Überlebende ihren ganz eigenen, allumfassenden “working class rock’n’roll”: Beefheart, Stooges, Fangesänge, Northern Soul, Blues, Folksongs, Garage, Psychedelia, Music Hall, Frank Sinatra - gefiltert durch die eigensinnigen Beobachtungen, Weisheiten und Geschichten von Frontmann und Sänger Robert Lloyd entsteht aus diesen Einflüssen ein kraftvoller und erfrischender Livesound.


Afro Lounge Brothers
Hayden Chisholm – Tenorsaxophon, Schlagzeug, Gesang,
Pedja Avramovic – Orgel, Gäste – surprise
www.haydenchisholm.net

Jazz, Soul, Blues, Afro, Filmmusik - die Afro Lounge Brothers sind das jahrelange Groove-Side-Project des herausragenden Saxophonisten Hayden Chisholm mit dem Hammond-Organisten Pedja Avramovic. Die beiden Musiiker haben diverse Stars der Weltmusik-Szene wie Abdou Guite Seck aus Senegal oder den indischen Sänger Mahesh Vinayakram begleitet und lassen alle möglichen Einflüsse in ihrer Musik ein Zuhause finden.


ER & WE
Meryem Erkus und Nicole Wegner
www.baustellekalk.de

Meryem Erkus und Nicole Wegner, Kuratorinnen von “Sounds Wrong, Feels Right” im Stadtgarten und Kultur-aktivistinnen an vielen Fronten, eröffnen den Abend im Restaurant und führen zwischen den Live-Shows durch einen Dschungel von Noise und Ambient, Trap und Post- RNB, Elektronischem, Kraut und allem dazwischen. Was bei ihren Sets niemals fehlt: Vertracktes, Aneckendes, markante Phasen, die manchmal auch wehtun können.



Aroma Pitch & Mitch
www.colognesessions.de

Die “Night Of Surprise” bietet dem weitgefächerten Musikgeschmack der Cologne Sessions Residents eine ideale Spielwiese. In “special surprise”-Sets werden sie die ein oder andere Perle aus ihren Plattenschränken zaubern und sich auch abseits der bekannten Pfade von House, Techno und Disco bewegen.


Das gesamte Programmheft 2015 zum Download.

Night Of Surprise 2014 Website & Programm.

Veranstaltungsort: Stadtgarten, Venloer Str. 40, 50672 Köln

Veranstalter: Initiative Kölner Jazz Haus e.V.
Künstlerische Leitung: Thomas Gläßer mit Magnus von Welck 
Koordination: Julia Müller
Gestaltung: Johannes Breyer mit Immo Schneider
Schrift: Erkin Karamemet (Dinamo.us)

Supported by: Reconstructing Song & Cologne Sessions